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Vorlage - VO/11/0638  

Betreff: Kosten- und Leistungsrechnung Bauhof 2020
Status:öffentlich  
Federführend:Eigenbetrieb "Gebäudeservice und Bauhof Uetze" Bearbeiter/-in: Altmann, Vivien
Beratungsfolge:
Ausschuss für Verkehr, Umwelt, Planung Kenntnisnahme
18.03.2021 
Sitzung des Ausschusses für Verkehr, Umwelt, Planung      
Betriebsausschuss Kenntnisnahme
Verwaltungsausschuss Kenntnisnahme
Rat der Gemeinde Uetze Kenntnisnahme

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
1. Bauhofkosten nach Produkten 2008 bis 2020  
2. Bauhofkosten nach Leistungen 2008 bis 2020  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sachverhalt:

Nachdem die Kosten- und Leistungsrechnung „Bauhof“ für das Jahr 2020 abgeschlossen werden konnte, übersende ich anliegend die Entwicklung der Bauhofkosten nach Produkten für das 2020 mit entsprechenden Vergleichswerten seit dem Jahr 2008 zur Kenntnis. Hinsichtlich der Kostenentwicklung im Vergleich zu den letzten 3 Jahren enthält die Auswertung wieder die bekannte „Ampelfunktion“ so dass  besondere Auffälligkeiten sehr schnell ersichtlich sind.

 

Nachfolgend eine erste grobe Analyse aus der Betrachtung des Teams „Bauhof“.

 

1.      Die Inanspruchnahme von Bauhofleistungen aus dem Verwaltungsvorstand (VV) und den Fachbereiche I und III ist in den letzten Jahren leicht rückläufig, so dass auch hier die Kosten in den jeweiligen Produkten leicht rückläufig ausfallen. Diese 3 Bereiche machen aber nur rd. 3% des Gesamtumsatzes des Bauhofes aus, so dass hier auf eine nähere Einzelbetrachtung verzichtet werden kann.

 

2.      Größter Auftraggeber des Bauhofes ist nach wie vor, der Fachbereich II mit einem Anteil von knapp 70% des Gesamtumsatzes.

Deutliche Kostensteigerungen sind seit Jahren hier in den Produkten Gemeindestraßen,               Straßenreinigung, Parkplätze, Buswartehallen und Feld- und Wirtschaftswege zu verzeichnen. Die Aufwendungen in den Produkten Spielplätze, Park- und Gartenanlagen und Naturschutz/Landschaftspflege sind in den letzten Jahren ziemlich konstant gleichbleibend. Im Produkt Abfallwirtschaft sind in 2020 deutlich höhere Aufwendungen als im Vorjahr zu verzeichnen, diese ist durch den pandemiebedingten höheren Personaleinsatz für die Grüngutannahme begründet. Eine Analyse dieser Kostensteigerungen in den einzelnen Produkten ist ohne eine detaillierte Auswertung der Kosten nach Leistungen/Tätigkeiten so nicht möglich. Insofern verweise ich hier auf meine Ausführungen zur Kostenentwicklung bei einzelnen Leistungen des Bauhofes.  

 

3.      Das Team 65 „Gebäudeservice“ ist mit einem Anteil von rd.  27% des Gesamtumsatzes der zweitgrößte Auftraggeber des Bauhofes. Hier sind kontinuierliche Kostensteigerungen sowohl im Produkt „Gebäudebereitstellung“ als auch im Produkt „Gebäudebetrieb“ zu verzeichnen. Dieses wird sicherlich zu einem gewissen Anteil durch die Zunahme von bebauten Liegenschaften und Flächen in den letzten Jahren begründet sein, eine konkrete Analyse ist aber auch hier nur unter Betrachtung der Kostenentwicklung bei den einzelnen Leistungen/Tätigkeiten möglich. Insofern verweise ich hier auf meine Ausführungen zur Kostenentwicklung bei einzelnen Leistungen des Bauhofes.

 

Mittelfristig ist vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden Ausbaues der Infrastruktur (Gewerbegebiete, Wohngebiete, P+R Anlagen, B+R-Anlagen) mit weiter steigenden Aufwendungen in den Produkten Gemeindestraßen, Straßenreinigung und Parkplätzen zu rechnen sein. Weiterhin sind künftig zusätzliche Aufwendungen aus den Anforderungen der Verkehrssicherungspflichten (Baumkataster mit regelmäßigen Prüfungen, Brückenkontrollen usw.) sehr wahrscheinlich. Ein erhöhter Aufwand könnte aufgrund der gewünschten Anforderungen im Rahmen der Biodiversität insbesondere auf das Produkt Naturschutz/Landschaftspflege zutreffen.

 

Auch für die beiden Produkte des Teams „Gebäudeservice“ wird man vor dem Hintergrund des im IKEK festgelegten Ausbaues der Infrastruktur mittelfristig von weiteren Kostensteigerungen ausgehen können.

 

 

Weiterhin übersende ich als Anlage die Auswertung mit der Kostenentwicklung nach Leistungen für die Jahre 2008 bis 2020 zur Kenntnisnahme, aus der die Kostenentwicklung der letzten Jahre für die vom Bauhof erbrachten Leistungen (Tätigkeiten) deutlich werden. Auch diese Auswertung ist wieder mit dem bewährten Ampelsystem zur Kostenentwicklung hinterlegt.

 

Auch hierzu eine erste Grobanalyse zur den auffälligen Kostenentwicklungen bei einzelnen Leistungen und eine mögliche Vorschau auf die Entwicklung der künftigen Jahre:

 

AD 66 Instandhaltung öffentliche Gebäude

 

Die Leistungen und Kosten sind in den letzten beiden Jahren gegenüber den Vorjahren deutlich angestiegen und spiegeln den Instandhaltungsbedarf insbesondere bei älteren bebauten Liegenschaften des Teams „Gebäudeservice“ wieder. Insofern ist der zu verzeichnende Kostenanstieg im Produkt 573100 „Gebäudebereitstellung“ im Wesentlichen aus dieser Leistung begründet. Die künftige Entwicklung der Kosten ist im Wesentlichen von Umfang und Bedarf der notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen auch vor dem Hintergrund der Verkehrssicherungspflichten abhängig.

 

AD 69 Beaufsichtigung Grüngutcontainer

 

Die Kosten sind 2020 durch den pandemiebedingten höheren Personaleinsatz deutlich gestiegen. Aufgrund der gegenwärtigen Lageeinschätzung ist auch für 2021 mit einem erhöhten Kostenansatz zu rechnen.  

 

G 14 Pflege Strauch + Gehölz

 

Die erhöhten Aufwendungen sind insbesondere durch die geringen Niederschlagsmengen in den letzten 3 Jahren durch Trockenschäden begründet. Die künftige Kostenentwicklung ist insbesondere davon abhängig, ob aufgrund nicht ausreichender Niederschlagsmengen hier weitere Trockenschäden eintreten werden. Diese Leistung wirkt sich hier insbesondere auf die Kostenentwicklung der Produkte des FB II/Team 60/61 aus.

 

G 16 Baumschnitt mit Hubsteiger

 

Hier ist in den letzten Jahren eine stetig steigende Kostentwicklung festzustellen, die sowohl die Liegenschaften des FB II/Team 60/61 als auch des Teams 65 „Gebäudeservice“ betreffen. Der erhöhte Aufwand ist in den Jahren 2017 und 2018 durch größere Sturmschäden, in den Jahren 2019 und 2020 durch erhöhten Totholzrückschnitt aufgrund von Trockenschäden begründet. Für das Team 65 ist weiterhin festzustellen, dass nach Erstaufnahme aller Bäume im Rahmen des Baumkatasters und der regelmäßigen Überprüfungen im Rahmen der Verkehrssicherungspflichten hier ein erhöhter Aufwand eingetreten ist. Dieses wird nach Fertigstellung des Baumkatasters für die Liegenschaften des FB II dann sicherlich auch dort zutreffen. Insofern wird man auch bei dieser Leistung künftig von diesem erhöhten Kostenansatz ausgehen können.

 

G 23 Baumfällung

 

Die enormen Kosten in den Jahren 2017 und 2018 sind im Zusammenhang mit den großen Sturmschäden entstanden. Die Kosten in 2019 und 2020 sind zwar gegenüber den beiden Vorjahren deutlich rückläufig, liegen aber immer noch deutlich über dem jährlichen Mittel. Wesentlicher Grund sind hier notwendige Baumfällungen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht  aufgrund von Trockenschäden, die zu einem geringen Teil die Liegenschaften des Teams 65 aber insbesondere die Produkte des FB II/Team 60/61 betreffen. Aufgrund der geringen Niederschlagsmengen der letzten 3 Jahre weisen aktuell eine nicht unerhebliche Anzahl von Bäumen Schäden aus, so dass auch hier in den nächsten Jahren von einem erhöhten Kostenansatz auszugehen sein wird.

 

G 20 Pflanzarbeiten Großgehölze/Bäume

 

Die Kosten haben sich hier in den letzten beiden Jahren verdoppelt, weil Neuanpflanzungen für einen kleinen Teil des abgängigen Baumbestands (Sturm- und Trockenschäden) ausgeführt wurden. Sofern künftig der abgängige Baumbestand der letzten Jahre nahezu annähernd ausgeglichen werden soll, sind in den nächsten Jahren weitere umfangreiche Neuanpflanzungen notwendig.      

 

G 17 Heckenschnittarbeiten

 

Die erhöhten Aufwendungen in den letzten Jahren und insbesondere in 2020 sind dadurch begründet, dass viele alte Feldheckenanlagen zum nachhaltigen Erhalt nunmehr deutlich eingekürzt bzw. auf den Stock gesetzt werden müssen. Insofern hat dieses wesentlich Einfluss auf die Kostenentwicklung im Produkt „Feld- und Wirtschaftswege“ des FB II/Team 60/61.

 

G 22 Wässern von Flächen

 

Die Kosten der Jahre 2018 bis 2020 spiegeln die deutlich zu geringen Niederschlagsmengen in diesen Jahren wider. Dieses hatte sowohl Auswirkungen auf die Produkte des FB II als auch auf das Produkt „Gebäudebetrieb“ des Teams 65. Die künftige Kostenentwicklung ist weitgehend Witterungsabhängig, wird aber auch dadurch bestimmt, im welchem Umfang in den nächsten Jahren Neuanpflanzungen ausgeführt werden. Aufgrund der klimatischen Veränderungen ist festzustellen, dass eine Bewässerung  neu gepflanzter Bäume/Großgehölze nicht wie bisher in den ersten 3 bis 4 Jahren notwendig ist, sondern künftig einen längeren Zeitraum notwendig sein wird. Insofern kann man hier auch künftig von einem erhöhten Kostenansatz ausgehen.  

 

S 33 Wildkrautbeseitigung maschinell

 

Die hier aufgezeigten Kosten seit 2018 sind durch das Verbot des Einsatzes von Glyphosat durch die Wildkrautbeseitigung mit Heißdampf entstanden und betreffen die Produkte des FB II/Team 60/61 als auch das Produkt „Gebäudebetrieb“ des Teams 65. Zu berücksichtigen ist hierbei, dass in diesen 3 Jahren aufgrund der deutlich geringeren Niederschlagsmengen der Aufwuchs von Wildkraut auf den befestigen Flächen wie in den Jahren mit durchschnittlichen Niederschlagsmengen war. Diese Kosten werden auch künftig jährlich in dieser Größenordnung anfallen, bzw. werden  beim Ausbau der Infrastruktur sowohl im FB II als auch im Team Gebäudeservice weiter ansteigen.

 

SP 42 Instandsetzung Spielgeräte

 

Die Aufwendungen befinden sich in den zurückliegenden Jahren auf anhaltend hohem Niveau und betreffen insbesondere aufgrund des deutlich überalterten Anlagenbestands die öffentlichen Spielplätze des FB II/Team 60/61. Ohne eine dringend notwendige Erneuerung der Spielgeräte auf den öffentlichen Spielplätzen wird man hier künftig mit einem zunehmenden Aufwand rechnen müssen. Ein neues Spielplatz-Konzept wird aktuell vom Fachbereich II federführend erstellt.

 

Winterdienst

 

Die Winterdienstkosten befinden sich in den letzten Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau, weil kaum Winterdiensteinsätze erforderlich waren. Ein wesentlicher Teil waren jährliche Fixkosten

(W 99). Die Kostenentwicklung ist stark witterungsabhängig. Für 2021 ist anzumerken, dass nach den starken Schneefällen in der letzten Woche der Kostenansatz des Vorjahres deutlich überschritten wird. Eine konkrete Aussage hierzu wird man voraussichtlich erst nach Abschluss der Winterdienstsaison Ende April treffen können.

 

 

Ich darf darauf hinweisen, dass natürlich detaillierte Kostenentwicklungen für einzelne Produkte bzw. Leistungen aus der Kosten- und Leistungsrechnung jederzeit möglich sind. Diese würde aber im Rahmen dieser Vorlage den Umfang sprengen. Sofern im Rahmen der Beratungen in den politischen Gremien detaillierte Auswertungen gewünscht werden, bitte ich dieses im Vorfeld mitzuteilen.     

 

 


Auswirkungen:

Demografie

 

Gleichstellung

 

Personalrat

 

Umwelt

 

Finanzen

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagen:

1. Bauhofkosten nach Produkten 2008 bis 2020

2. Bauhofkosten nach Leistungen 2008 bis 2020    

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 1. Bauhofkosten nach Produkten 2008 bis 2020 (25 KB)      
Anlage 2 2 2. Bauhofkosten nach Leistungen 2008 bis 2020 (27 KB)